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Grußwort der Vorsitzenden der Deutsch-Chinesischen Gesellschaft zum Empfang der Taipeh-Vertretung zum Nationalfeiertag am 10. Oktober 2008
Empfang Nationalfeiertag
Empfang anlässlich des Nationalfeiertages der Republik China - Repräsentant Dr. Wu-lien Wei und Anita Schäfer
09.10.2008. Sehr geehrter Herr Botschafter Wei,
liebe Frau Wei,
lieber Herr Sebastian,
sehr geehrte Damen und Herren,

als neue Vorsitzende der Deutsch-Chinesischen Gesellschaft – Freunde Taiwans – möchte ich allen hier versammelten taiwanischen Bürgern unsere herzliche Gratulation zu ihrem Nationalfeiertag überbringen. Sie haben allen Grund, stolz zu sein auf das, was Ihr Land in den vergangenen Jahrzehnten erreicht hat. Und das unter recht ungünstigen äußeren Rahmenbedingungen.

Taiwan ist heute eine starke, demokratische Wirtschaftsmacht. Es ist in vielerlei Hinsicht vorbildhaft für die ostasiatische Region, und ein bedeutender Faktor auf den internationalen Märkten- auch wenn das von der offiziellen Politik nicht immer angemessen gewürdigt wird.

Ich bin sicher, dass sich diese Erfolgsgeschichte auch in Zukunft fortsetzt. Vor allem wünsche ich Ihnen, dass dies in einer friedlichen Umgebung geschieht. Frei von Spannungen und in Harmonie mit den Nachbarn Ihrer Insel.

Ich möchte bei diesem Anlass ebenfalls Dr. Wei Wu-lien herzlich in Deutschland begrüßen.
Botschafter Wei, unser Land ist Ihnen natürlich nicht fremd. Sie haben ja bereits Ihren Doktortitel als Jurist in Heidelberg erworben. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Ihnen.

Unsere Gesellschaft hat naturgemäß seit jeher enge, freundschaftliche Beziehungen mit der Taipeh-Vertretung unterhalten. Die Deutsch-Chinesische Gesellschaft – Freunde Taiwans – ist ein Zusammenschluss von Menschen in Deutschland, die sich für die Verbindungen zwischen unseren beiden Ländern engagieren. Sowohl Deutsche als auch Taiwaner.
Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, das Interesse für Taiwan in der deutschen Öffentlichkeit aufrechtzuerhalten, das Bewusstsein für seine Situation zu steigern, und die Beziehungen zwischen beiden Gesellschaften in einer Vielzahl von Bereichen zu pflegen. Sei es Politik, Wirtschaft, Tourismus oder Kultur.
Dazu organisieren wir unter anderem regelmäßig Veranstaltungen zu interessanten Themen. Ich darf bei dieser Gelegenheit alle Interessenten herzlich dazu einladen. Und natürlich kann jeder der Anwesenden, gleich welcher Staatsbürgerschaft, der noch kein Mitglied ist, uns beitreten. Jeder Freund – und jede Freundin – Taiwans ist uns willkommen.
Wir verstehen uns als überparteilich, sowohl auf deutscher wie auf taiwanischer Seite. Mit den Wahlen Anfang des Jahres haben ja die Taiwaner erneut demonstriert, dass sie eine gefestigte Demokratie haben, in der unterschiedliche Vorstellungen über den weiteren Weg des Landes im friedlichen Wettstreit ausgetragen werden. Auch in der entscheidenden Frage des Verhältnisses zur Volksrepublik China.

Dabei hat Präsident Ma bei seiner Amtseinführung die Regierung in Peking aufgefordert, Taiwan auf der internationalen Bühne nicht weiter zu isolieren. Die Wahrung der Würde seines Landes sei Voraussetzung für bessere Beziehungen zur Volksrepublik.
Ich glaube, in diesem Punkt können alle Taiwaner und ihre Freunde übereinstimmen – gleich, welche Vorstellungen sie von der künftigen Regelung der Beziehungen zwischen beiden Seiten haben. Und natürlich sind wir alle überzeugt, dass diese Regelung friedlich geschehen muss.
Die Zeichen für den Dialog über die Taiwan-Straße hinweg in der jüngsten Vergangenheit finde ich ermutigend. Gleichzeitig werden die gegenseitigen wirtschaftlichen Verflechtungen immer enger. Die Einrichtung direkter Flüge zwischen Taiwan und dem Festland trägt dem Rechnung.
Doch welchen Weg Taiwan auch immer einschlägt, es wird dabei weiter Unterstützung brauchen. Es muss über seine Zukunft frei entscheiden können. Deswegen dürfen wir in unserer Arbeit nicht nachlassen, hier in Deutschland das Bewusstsein für seine Situation aufrechtzuerhalten. Gerade, wenn sich die Beziehungen mit der Volksrepublik entspannen.
Bei allen positiven Auswirkungen darf das nicht dazu führen, dass Taiwan aus den Köpfen der Menschen hierzulande verschwindet. In diesem Sinne möchte ich Sie alle bitten, Botschafter Taiwans in Deutschland zu sein.

Herzlichen Dank.

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