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Grußwort zur Veranstaltung der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte „Taiwan – die Tradition von 100 Jahren chinesischer Bürger- und Menschenrechte“
Schäfer Veranstaltung der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte
06.06.2011. Grußwort zur Veranstaltung der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte mit Dr. Weyrauch „Taiwan – die Tradition von 100 Jahren chinesischer Bürger- und Menschenrechte“ am 28.05.2011 in Frankfurt

Sehr geehrte Damen und Herren,

als Vorsitzende der Deutsch-Chinesischen Gesellschaft – Freunde Taiwans – freue ich mich außerordentlich, heute bei dieser Veranstaltung der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte einige einleitende Worte sprechen zu können.
Und ich begrüße es sehr, dass heute hier einmal die Situation der Menschenrechte in beiden Teilen Chinas im Vergleich beleuchtet werden soll.
Die ja recht unterschiedlich ist, um nicht zu sagen:
Die unterschiedlicher kaum sein könnte.
Auf der einen Seite die Volksrepublik China, die gerade erst wieder Schlagzeilen gemacht hat, indem sie den Künstler Ai Wei Wei ohne Angabe von Gründen festgenommen hat und bis heute in Haft hält.
Genau am Tag der Eröffnung der deutschen Ausstellung „Kunst der Aufklärung“.
Was auch noch einen Affront gegen Deutschland darstellt, aber letztlich nur eine Detailaufnahme der Menschenrechtssituation in China allgemein.
Auf der anderen Seite die Republik China, die heute auf Taiwan existiert, ihre Geschichte aber in diesem Jahr bereits vor 100 Jahren auf dem Festland begann.
Ihre Entwicklung war ein langer, schwieriger Prozess mit vielen Rückschlägen.
Weg von der Kaisermonarchie, durch Bürgerkrieg und Diktatur.
Hin zu einer gefestigten und wirtschaftlich starken asiatischen Demokratie, die in beispielhafter Weise Tradition und Moderne verbindet.
Bereits zwei Mal hat hier zwischen den politischen Parteien ein friedlicher Machtwechsel durch Wahlen stattgefunden.
Die Menschen- und Bürgerrechte werden geachtet.
Es gibt dort immer auch mal Kritik, etwa an dem harten Korruptionsurteil gegen den letzten Präsidenten unter der jetzigen Regierung.
Und sicherlich auch noch Raum für Verbesserungen, etwa hinsichtlich der Todesstrafe, die nach längerer Pause kürzlich wieder in mehreren Fällen vollstreckt wurde.
Aber Freiheit zeigt sich ja gerade daran, dass Kritik am Handeln von Regierungsorganen geäußert werden kann, ohne Angst vor möglichen Folgen haben zu müssen.
Und das ist auf Taiwan der Fall.
Das widerlegt auch die Behauptung, dass westliches Rechteverständnis und asiatische Werte nicht vereinbar seien.
Taiwan ist in dieser Beziehung ein Vorbild für den gesamten Erdteil.
Dies erreicht zu haben, darauf können die Taiwaner mit Recht stolz sein.

Sehr geehrte Damen und Herren,

ein rasantes Wirtschaftswachstum bleibt nicht ohne Auswirkungen auf das Verständnis von Staat, Gesellschaft, und den Rechten des Einzelnen darin.
Die Entwicklung der Republik China auf Taiwan ist ja das beste Beispiel dafür.
Unsere große Hoffnung ist, dass die wirtschaftliche Entwicklung auf dem chinesischen Festland ähnliche Folgen haben wird.
Und dass das taiwanische Vorbild dabei als Katalysator dienen kann.
Seit einiger Zeit verhandeln beide Seiten ja über engere Beziehungen, wobei Fragen staatlicher Souveränität ausgeklammert bleiben.
In erster Linie geht es um Handel und bessere gegenseitige Verkehrsverbindungen.
Dabei ist schon viel erreicht worden, und das ist zu begrüßen.
Denn Austausch führt zu Annäherung, und „Wandel durch Annäherung“ war ja auch ein Schlagwort, dass die Überwindung der deutschen und europäischen Teilung begleitet hat.
Wir hoffen natürlich, dass dieser Weg fortgesetzt werden kann.
Wobei wir nicht vergessen dürfen, dass die Volksrepublik ihre Ansprüche auf Taiwan nicht aufgegeben hat.
Und parallel zu den Gesprächen weiterhin die Modernisierung ihrer militärischen Fähigkeiten betreibt, die auch und gerade auf Taiwan gerichtet sind.
Was nicht geschehen darf ist, dass das Rechts- oder vielmehr Unrechtssystem der viel größeren Volksrepublik die Freiheit auf Taiwan erstickt.
Deshalb dürfen wir nicht nachlassen, auch hier in Deutschland die besondere Position Taiwans zu vermitteln und um Unterstützung zu werben.
Damit es über seine Zukunft frei entscheiden kann.
Das ist das Ziel, dem sich die Deutsch-Chinesische Gesellschaft – Freunde Taiwans verschrieben hat.
Dafür brauchen wir unsererseits jede Unterstützung, die wir kriegen können.
Und für mögliche Interessenten möchte ich gerne darauf hinweisen, dass hier Informationsmaterial zu unserer Gesellschaft ausliegt.

Sehr geehrte Damen und Herren,

eine der Veranstaltungen unserer Gesellschaft im letzten Jahr war ein sehr erfolgreicher Vortrag von Herrn Dr. Thomas Weyrauch über die Entstehung der Republik China.
Dr. Weyrauch werden Sie auch jetzt hier erleben.
Ich kann Ihnen versprechen, dass Sie von seinem Vortrag nicht enttäuscht sein werden.

Herzlichen Dank.

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