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Die Entdeckung von Chinas unbeachteter Republik
Lesung Dr. Weyrauch in Berlin
Dr. Weyrauch: Die Entdeckung von Chinas unbeachteter Republik (Foto: Yu-li Lin)
16.09.2010. Deutsch-Chinesische Gesellschaft e.V. – Freunde Taiwans lud zu Vortragsabend
Berlin. Rund 70 Zuhörer folgten am Mittwoch, 15. September, einer Einladung der Deutsch-Chinesischen Gesellschaft (DCG) – Freunde Taiwans zum Vortragsabend „Chinas unbeachtete Republik“ in die Berliner Vertretung des Saarlands beim Bund. Referent war der Verfasser des gleichnamigen Buchs, Dr. Thomas Weyrauch, der die Geschichte der chinesischen Demokratie seit dem Niedergang der Kaisermonarchie im Jahr 1911 darstellte. Anwesend war auch der Repräsentant der Taipeh-Vertretung, Dr. Wei Wu-lian.

Die Bundestagsabgeordnete Anita Schäfer, Vorsitzende der DCG, führte in das Thema der Veranstaltung ein, die aus Anlass des bevorstehenden 100. Geburtstages der Republik China – heute auf Taiwan angesiedelt – ausgerichtet wurde. Mit dem Erbe einer überaus wechselvollen Geschichte habe sich seit dem Sieg der Kommunisten im Bürgerkrieg auf dem Festland 1949 auf dieser Insel ein politisches System entwickelt, welches heute in beispielhafter Weise Tradition und Moderne verbinde. Ein auf den traditionellen Grundwerten der ersten Republik Chinas von 1912 beruhendes Rechtsverständnis werde mit einer multikulturellen Gesellschaft und einer rasanten Industrialisierung erfolgreich in Einklang gebracht. Dennoch sei es dem modernen Taiwan aufgrund der sogenannten „Ein-China-Politik“ nicht möglich, den Vereinten Nationen beizutreten und sich in diesem Sinne in der Weltgemeinschaft einzubringen.

Der Vortrag von Dr. Thomas Weyrauch spiegelte in eindringlicher Weise den steinigen Weg von der Kaisermonarchie zu dieser bemerkenswert dynamischen Republik wieder. Die Zeit seit 1911 war gezeichnet von ständigen kriegerischen Auseinandersetzungen und internen Machtkämpfen, die im Laufe der Jahre und Jahrzehnte neben Zerstörung, Not und Vertreibung mehrere Millionen Todesopfer verursachten. Im Mittelpunkt standen immer wieder Verschiebungen der Verhältnisse der verschiedenen Militärlager untereinander. Einzelne Machtträger konnten selten alleine existieren, was zu fragilen und diffizilen Koalitionsgebilden führte. An den Vortrag schloss sich eine lebhafte Diskussion an.

Die Deutsch-Chinesische Gesellschaft wurde 1957 in Bonn gegründet. Ihre Mitglieder sind Parlamentarier sowie Menschen aus den verschiedensten Gesellschaftsgruppen, aus der kulturellen Szene und aus dem Wirtschaftsleben. Die Satzung bestimmt als Zweck der Gesellschaft das Verständnis für die Fragen des Fernen Ostens in der Bundesrepublik Deutschland im Sinne des Völkerverständigungsgedanken zu fördern. Außerdem tritt die Gesellschaft für die Aufrechterhaltung, Pflege und Stärkung der vielfältigen Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Taiwan ein. 1989 initiierte die Deutsch-Chinesische Gesellschaft die Gründung des Parlamentarischen Kreises der Freunde Taipehs. In Veranstaltungen und Informationsschriften informieren die Freunde Taiwans, wie die Gesellschaft sich seit 2003 durch einen Zusatz nennt, über aktuelle Entwicklungen auf Taiwan.


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