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Taiwan zählt zu den sich wirtschaftlich schnell entwickelnden asiatischen Tigerstaaten und ist seit 2002 Mitglied der Welthandelsorganisation (WTO). Geographisch ist Taiwan im Weltmaßstab gesehen eine kleine Insel, ökonomisch ist das 23 Mio. Einwohner zählende Land ein Schwergewicht. Taiwan zählt heute zu den 15 größten Handelsnationen weltweit und besitzt mit 261 Mrd. US-Dollar die drittgrößten Währungsreserven der Welt. Das Handelsvolumen mit dem Ausland betrug 2005 370 Mrd. US-Dollar. Traditionell gehören die USA und Japan zu den wichtigsten Handelspartnern Taiwans. In den 80er und 90er Jahren kam der Handel mit der EU immer stärker in Schwung, als Taiwan versuchte seine Wirtschaftsbeziehungen zu diversifizieren und Abhängigkeiten zu einzelnen Ländern zu verringern. Noch bis in die 90er Jahre war Taiwan wirtschaftlich stärker als die Volksrepublik China und zog mehr Direktinvestitionen aus Europa an. Aber insbesondere die zunehmenden wechselseitigen wirtschaftlichen Verflechtungen zwischen der Volksrepublik China und Taiwan bieten heute weiteren Anlass wirtschaftliche Abhängigkeiten zu minimieren. Bestand der Export nach Europa zunächst hauptsächlich aus Textilprodukten, hat sich der Warenhandel mit dem wirtschaftlichen Aufstieg Taiwans verändert und erweitert. „Made in Taiwan“ genießt heute wie sein deutsches Pendant „Made in Germany“ weltweit einen guten Ruf, den sich Taiwan stetig erarbeitet hat – insbesondere für technologieintensive und IT-Produkte. Der Weltmarktanteil von Wireless-LAN-Produkten aus Taiwan lag 2004 bei 91%, bei Notebooks bei 82%, bei TFT- und LCD-Bildschirmen bei 71, bei Digitalkameras bei 41% und CDs und DVDs bei 41%. Aus einem Handelsdefizit mit der EU hat sich mittlerweile ein Handelsüberschuss entwickelt.

Taiwans Volkswirtschaft ist marktwirtschaftlich orientiert. Sie zeichnet sich durch einen steigenden Wohlstand, eine hohe Konkurrenzfähigkeit und eine nachhaltige Förderung zukunftsweisender Technologien aus. Gleichzeitig stehen in den letzten Jahren vermehrt soziale und ökologische Reformen der Regierung im Vordergrund. Die Wirtschaft wuchs 2006 um 4,5% bei einer Arbeitslosenquote von 4%. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) betrug 354 Mrd. US-Dollar, das entspricht einem BIP pro Kopf von etwa 15.400 US-Dollar.

Taiwan und Deutschland gehören zu den größten Exportnationen der Welt. Schon aus diesem Grund sind ihre Volkswirtschaften eng verflochten. Taiwan ist neben Japan, der Volksrepublik China und Südkorea, der viertbedeutendste Handelspartner in Asien. Deutschland ist wiederum der größte Handelspartner Taiwans in der EU und der siebtgrößte weltweit. Deutschland ist eines der wenigen Länder, das mehr Waren nach Taiwan exportiert als importiert. Im Jahr 2006 lag der Wert der nach Deutschland exportierten bei 5 Mrd. US-Dollar und importierten Waren bei 6,1 Mrd. US-Dollar. Mehr als 260 deutsche Unternehmen haben sich in Taiwan und etwa 200 taiwanische Unternehmen in Deutschland niedergelassen – dazu zählen namhafte Unternehmen wie Acer, Asus oder Evergreen.

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zwischen Deutschland und Taiwan sind gut. Die wirtschaftlichen sind im Gegensatz zu den politischen Beziehungen weniger direkt durch die „Ein-China-Politik“ bestimmt und daher in der Regel unkomplizierter. Wirtschaftsdiplomatie ist ein wichtiger Bestandteil taiwanischer Außenpolitik. Von der Aufnahme in die WTO versprach sich Taiwan neben inhaltlich wirtschaftlichen Gründen auch eine politische und symbolische Aufwertung.

Mit der Demokratisierung Taiwans und seinem wirtschaftlichen Aufstieg seit den 80er Jahren wurde Taiwan zu einem attraktiven Partner Deutschlands in den wirtschaftlichen Beziehungen. Im Jahr 1981 wurde zur Förderung der deutsch-taiwanischen Wirtschaftsbeziehungen das Deutsche Wirtschaftsbüro durch den Deutschen Industrie- und Handelstag (DIHT) eröffnet und ist heute neben dem Deutschen Kulturzentrum und dem Deutschen Institut eine der drei inoffiziellen amtlichen Vertretungen in Taipei, die die Interessen Deutschlands vertreten. Taiwan unterhält mehrere Vertretungen in Berlin, Hamburg, München und Frankfurt a.M. Neben der „Ein-China-Politik“ der Bundesregierung bestehen zwischen Deutschland und Taiwan intensive pragmatische Beziehungen. Neben parlamentarischen Beziehungen zählen dazu auch Beziehungen zwischen den technischen Ministerien beider Länder wie den Wirtschaftsministerien. 1992 kam es zu einem ersten Treffen des taiwanischen Wirtschaftsministers Hsiao mit seinem deutschen Kollegen Möllemann in Bonn, der im darauf folgenden Jahr Taiwan einen Besuch abstattete. Es wurde vereinbart, regelmäßige Besuche alle zwei bis drei Jahre durchzuführen. Daneben bestehen zahlreiche wirtschaftliche Kontakte zwischen Taiwan und den deutschen Bundesländern. Ohnehin zeichnen sich die Beziehungen zwischen Deutschland und Taiwan aufgrund der internationalen Ausnahmesituation Taiwans durch eine besondere Flexibilität aus. Drucken...
Termine
28.11.2017 18.30 Uhr
Terminankündigung / Upcoming Event: „Experts´ Dialogue“

Im Rahmen seiner Europa-Reise besucht der taiwanische Deputy Foreign Minister Prof. Dr. Chih-Chung Wu auch Berlin. Vor diesem Hintergrund laden wir Sie herzlich ein zu Expertengespräch und Diskussion mit dem Minister zum Thema „Perspectives of Taiwan´s Future: Chance, Choice, Challenge, China?” am 28. November 2017 um 18.30 Uhr Taipeh Vertretung, Taiwan-Kultursaal (Erdgeschoss) Markgrafenstr. 35, 10117 Berlin Unsere Gäste, Prof. Dr. Chih-Chung Wu (Ministry of Foreign Affairs, Republic of China/ Taiwan) und Dr. Volker Stanzel (Botschafter a. D., Stiftung Wissenschaft und Politik) werden zunächst in einem Eingangsstatement ihre Gedanken hierzu vortragen. Das anschließende Expertengespräch wird moderiert von Prof. Dr. Wen-Jenq Chen (National Security Council, Republic of China/ Taiwan)
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Außenhandelskammer Taiwan
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